REUSS-Aktuelles



17.06.2026

Studierendenprogramm REXUS/BEXUS sucht Experimente zum Mitfliegen auf Forschungsraketen und -ballons

Die Bewerbungsphase des Forschungsprogramms für Studierende hat wieder begonnen. Ab sofort können sich Teams aus Studierenden von deutschen Universitäten und Hochschulen für ein eigenes Experiment für die Forschung auf Höhenforschungsraketen oder Stratosphärenballons bei der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bewerben. Einsendeschluss ist der 8. Oktober 2026.


Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Die Themengebiete können breit gefächert sein. Typische Experimente decken Themen aus der Luft- und Raumfahrttechnologie, Exploration und naturwissenschaftlichen Bereichen wie Klimaforschung, additive Fertigungsverfahren, Physik oder Biologie ab. Bis zu 20 Experimente finden auf den zwei BEXUS-Ballons und den beiden REXUS-Raketen Platz, die im Herbst 2027 beziehungsweise im Frühjahr 2028 vom Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna in Nordschweden starten werden.

Ein eigenes Raumfahrtprojekt starten

Während der Projektzeit durchlaufen die Studierendenteams den gesamten Zyklus eines echten Raumfahrtprojekts. Voraussetzung dafür ist, eins der begehrten Teilnehmertickets zu ergattern.

Nach einer Vorauswahl werden die Teams zur Deutschen Raumfahrtagentur im DLR in Bonn eingeladen, um ihr Experiment vorzustellen. Anschließend erhalten die endgültig ausgewählten Teams eine Einladung zur Teilnahme am Programm und ein „Flugticket“ für einen Experimentplatz auf einem Stratosphärenballon oder einer Forschungsrakete. Bevor es richtig los geht, werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Trainingswoche eingeladen, bei der die Experimentkonzepte von Raumfahrtfachleuten geprüft und diskutiert werden. Die Teams können dort mit den jeweiligen Expertinnen und Experten diskutieren und lernen die Raketen- und Ballonsysteme genauer kennen.

„Das Studierendenprogramm REXUS/BEXUS bietet die einzigartige Gelegenheit, ein eigenes Raumfahrtprojekt durchzuführen. Dazu gehört neben der Idee, der Planung und dem Bau auch die Qualifizierung, Tests, der Flug und die anschließende Auswertung der Daten“, erklärt Dr. Michael Becker, Programmleiter in der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. „Alle Teams werden dabei von Raumfahrtexpertinnen und -experten der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM), der schwedischen Raumfahrtagentur SNSA, der Mobilen Raketenbasis MORABA des DLR, der Europäischen Weltraumorganisation ESA und des schwedischen Raumfahrtunternehmens SSC Space betreut.“

Experimente in Schwerelosigkeit und unter Weltraumbedingungen

Rund sieben Minuten dauert der Flug einer einstufigen REXUS-Rakete. Dabei trägt sie die Experimente in eine Höhe von bis zu 90 Kilometern. Bei Bedarf können Experimente für einen Zeitraum von zwei Minuten in annähernder Schwerelosigkeit durchgeführt oder Objekte mit Messinstrumenten ausgeworfen werden. Experimente außerhalb der Rakete sind ebenfalls möglich.

Die BEXUS-Ballons steigen während ihres mehrstündigen Flugs je nach Anforderungen auf eine Höhe von 20 bis 35 Kilometern. Die Experimente werden dabei an einer Gondel befestigt und senden Daten aus der Stratosphäre. Bei allen Raketen- und Ballonflügen können die Experiment- und Messdaten über Telemetriesysteme an die Bodenstation übertragen werden, sodass die Teams schon während des Flugs erste Ergebnisse erhalten.

Quelle: https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2026/studierendenprogramm-rexus-bexus-sucht-experimente-zum-mitfliegen-auf-forschungsraketen-und-ballons