Ein an der TU Braunschweig entwickeltes Magnetometer wird 2029 auf der Oberfläche des Asteroiden Apophis landen und dort geophysikalische Messungen durchführen. Der seltene Erdvorbeiflug des 340 Meter großen Himmelskörpers bietet Fachleuten eine einmalige Gelegenheit zur Erforschung erdnaher Asteroiden.
Ein Forschungsteam der TU Braunschweig hat ein Magnetometer entwickelt, das 2029 auf dem Asteroiden Apophis landen und dort geophysikalische Messungen vornehmen soll. Das Instrument mit dem Namen MARIE ist Teil eines CubeSats der ESA-Mission RAMSES, die den nahen Erdvorbeiflug des Himmelskörpers wissenschaftlich begleiten soll.
Am Freitag, den 13. April 2029, wird der 340 Meter große Asteroid Apophis in einem Abstand von rund 32.000 Kilometern an der Erde vorbeifliegen, was etwa einem Zehntel der Mondentfernung entspricht. Eine Kollision ist ausgeschlossen, da die Flugbahn mittlerweile mit einer Genauigkeit von plus/minus drei Kilometern bekannt ist. Ein derart naher Vorbeiflug eines so großen Asteroiden tritt statistisch nur etwa alle 7.000 Jahre auf und bietet Fachleuten eine seltene Gelegenheit, einen erdnahen Asteroiden aus nächster Nähe zu untersuchen.
Die Europäische Weltraumorganisation ESA nutzt diese Chance gemeinsam mit der japanischen Weltraumbehörde JAXA: Die Raumsonde RAMSES startet ein Jahr vor dem Vorbeiflug und wird auf die Bahn von Apophis gelenkt. Gezeitenkräfte der Erde verändern dabei voraussichtlich die Oberfläche des Asteroiden, wobei sich möglicherweise Gesteinsbrocken lösen. Zwei CubeSats trennen sich vorab von RAMSES, einer davon landet auf Apophis und dokumentiert die Ereignisse aus dieser Position. Sichtbar wird das Geschehen auch für die breite Öffentlichkeit: Rund zwei Milliarden Menschen können Apophis mit bloßem Auge beobachten, wenn der Asteroid wie ein heller Satellit über Europa und Afrika am Abendhimmel erscheint.
Finanziert wird die deutsche Beteiligung von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt aufgrund eines Bundestagsbeschlusses. Zwei deutsche Institute steuern Experimente bei: Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen liefert das RAMSES Plasma Spectrometer, die TU Braunschweig ein Magnetometer für den landenden CubeSat.
MARIE, dessen Name für Magnetosphere-induced Apophis Response Investigation Experiment steht, wurde am Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik der TU Braunschweig entwickelt. Es basiert auf Messsystemen, die bereits 2014 auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko und 2018 auf dem Asteroiden Ryugu zum Einsatz kamen. Gemeinsam mit dem Plasma-Spektrometer soll MARIE untersuchen, wie ein Körper von der Größe Apophis mit der Magnetosphäre und dem äußeren Strahlungsgürtel der Erde wechselwirkt, den der Asteroid während des Vorbeiflugs durchquert.
Quelle: https://magazin.tu-braunschweig.de/pi-post/jahrtausendereignis-asteroid-apophis-passiert-die-erde/