ESA-Astronautin Sophie Adenot hat die fünfte Metalldruckprobe aus dem seit 2024 auf der ISS betriebenen 3D-Drucker entnommen. Das Experiment soll die Grundlage für eine eigenständige Fertigung von Ersatzteilen auf künftigen Langzeitmissionen fernab der Erde schaffen.
Die Astronautin Sophie Adenot der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat während der Mission Epsilon die fünfte Metalldruckprobe aus dem ESA-Technologiedemonstrator an Bord der Internationalen Raumstation entnommen. Der Metall-3D-Drucker ist seit 2024 im All im Einsatz und liefert wichtige Erkenntnisse für zukünftige Langzeitmissionen fernab der Erde.
Bei Missionen weit außerhalb der Erdumlaufbahn wird der Nachschub an Ersatzteilen zum Problem: Große Mengen an Reserveteilen mitzuführen ist unpraktikabel, eine Versorgung von der Erde aus oft schlicht nicht möglich. Auf der Internationalen Raumstation, die sich in nur 400 Kilometern Höhe befindet, lässt sich dieses Problem noch durch regelmäßige Versorgungsflüge lösen. Allein seit Anfang 2026 haben sechs Frachtmissionen die Station nach der Anlieferung von Versorgungsgütern wieder verlassen. Je weiter Astronautinnen und Astronauten sich künftig von der Erde entfernen, desto wichtiger wird die Fähigkeit, Ersatzteile, Werkzeuge oder biologisches Material direkt vor Ort herzustellen. Genau hier setzt die Forschung an Bord der ISS an: Der Metalldrucker soll die Grundlagen für ein zuverlässiges Fertigungsverfahren im All schaffen, das Besatzung und Bodenpersonal gleichermaßen nutzen können.
Adenot war beauftragt, die fünfte Probe zu entnehmen und den Drucker für den nächsten Druckvorgang vorzubereiten, der für später in diesem Jahr geplant ist. Dabei installierte sie eine Grundplatte, auf der bereits ein Bauteil teilweise gedruckt worden war. Der Vorgang war nach einer Störung unterbrochen worden, weshalb die Teams nun ein Wiederaufnahmeverfahren testen wollen. Die Probe wurde mit dem Versorgungsraumschiff CRS SpX-34 zur Erde gebracht und wird am DLR sowie am ESTEC in den Niederlanden untersucht.
Drei frühere Druckproben wurden bereits am ESTEC sowie an der Technischen Universität Dänemark (DTU) analysiert. Dabei wurden Qualität und Materialeigenschaften im Makro- und Mikrobereich untersucht und mit Referenzdrucken verglichen, die am Boden mit demselben Drucker hergestellt wurden. Die Ergebnisse sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Jeder Druck prüft dabei einen anderen Aspekt der Technologie und hilft der ESA, aus der Demonstration ein verlässliches Fertigungsverfahren im All zu entwickeln.
„Mit einem besseren Verständnis der Fähigkeiten, Grenzen und Betriebsabläufe des Druckers im All und am Boden sowie der Qualität der in einer bemannten Raumumgebung hergestellten Teile ist die ESA nun gut aufgestellt für den nächsten Schritt beim Metall-3D-Druck im Orbit", erklärt ESA-Techniker Rob Postema.
Entwickelt wurde der Technologiedemonstrator von einem Industrieteam unter Leitung von Airbus Defence and Space im Auftrag der ESA und mit Kofinanzierung durch Airbus Defence and Space. Betrieben wird der Drucker vom CADMOS User Support and Operations Centre der französischen Raumfahrtagentur CNES mit Unterstützung von Teams der ESA und von Airbus.
Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/epsilon/3D-printed_metal_unlocking_crew_autonomy