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27.08.2026

Radarsatellit dokumentiert den größten Eisabbruch am Petermann-Gletscher seit 2012

Am Petermann-Gletscher im Nordwesten Grönlands hat sich Anfang August ein Eisstück von 76 Quadratkilometern gelöst. Aufgezeichnet hat den Vorgang der Radarsatellit Sentinel-1 des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Die Europäische Weltraumorganisation ESA veröffentlichte die Auswertung am 21. August 2026.


Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO

Ein Tag zwischen Riss und Abbruch

Der Petermann-Gletscher gehört zu den wenigen Gletschern Grönlands, die noch eine ausgedehnte schwimmende Eiszunge besitzen. Eine solche Zunge ist der Teil, der bereits auf dem Wasser aufliegt, aber noch mit dem Gletscher verbunden ist. Auf Radaraufnahmen vom 3. August zeigte sich ein durchgehender Schaden entlang der Mittelachse der Zunge, einen Tag später war das Stück vollständig getrennt. Es ist bis zu 150 Meter dick und entspricht in der Fläche etwa der Insel Manhattan. Nach Angaben der Organisation ist es der größte Verlust dieses Gletschers seit 2012 und das bedeutendste Kalbungsereignis in der Arktis seit 2020. Zwei weitere Bereiche von 97 und 87 Quadratkilometern könnten sich nach Einschätzung der beteiligten Fachleute ebenfalls lösen.

Warum ausgerechnet ein Radarsatellit

Optische Satelliten brauchen Tageslicht und freie Sicht. In der Arktis ist beides selten gleichzeitig gegeben, und im Winter fehlt das Licht über Wochen vollständig. Sentinel-1 arbeitet dagegen mit Radar: Der Satellit sendet Mikrowellen aus und wertet das zurückgeworfene Signal aus. Das funktioniert bei Nacht und durch Wolken hindurch, sodass sich eine Eiszunge lückenlos beobachten lässt. Da der Satellit dieselbe Stelle in regelmäßigen Abständen überfliegt, ließ sich der Abbruch auf einen einzigen Tag eingrenzen. Solche Ereignisse sind für die Forschung von Interesse, weil sich an ihnen prüfen lässt, wie gut Modelle das Verhalten schwimmender Eiszungen beschreiben. Eine schwimmende Zunge verdrängt bereits Wasser und hebt den Meeresspiegel beim Abbrechen nicht weiter an. Sie wirkt jedoch wie ein Widerlager für das Eis dahinter. Fällt sie weg, kann der Gletscher schneller nachfließen, und dieses Eis stammt vom Festland.

Quelle: https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Copernicus/Sentinel-1/Sentinel-1_captures_major_ice_loss_from_Greenland_glacier

(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)