REUSS-Aktuelles



08.10.2026

Solar Orbiter findet den Ursprung der Knicke im Sonnenwind

Die Sonde Solar Orbiter der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat Aufschluss über eine seit Jahrzehnten offene Frage der Sonnenforschung geliefert. Es geht um sogenannte Switchbacks, also S-förmige Knicke im Magnetfeld des Sonnenwinds. Der Sonnenwind ist der ständige Strom geladener Teilchen, den die Sonne abgibt. In den Knicken kehrt sich die Richtung des Magnetfelds kurzzeitig um. Woher sie stammen, war offen. Die Ergebnisse erschienen am 8. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift Nature Astronomy.


Bild: ESA

Messung im Vorbeiflug

Die Sonde durchflog einen solchen Knick, als sie sich etwa auf halbem Weg zwischen Erde und Sonne befand. Dabei maß das Instrument Solar Wind Analyser die Teilchen unmittelbar vor Ort. Die Zusammensetzung dieser Teilchen wirkt wie ein Fingerabdruck: Sie verrät, aus welchem Gebiet der Sonne das Material stammt. Zusätzlich wurden Aufnahmen der Sonnenscheibe ausgewertet, darunter eine vom 27. März 2022, sowie Daten des Sonnenobservatoriums Solar Dynamics Observatory der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA.

Zwei Vorgänge in unterschiedlichen Phasen

Nach der Auswertung entstehen die Knicke nahe der Sonnenoberfläche durch einen Vorgang, bei dem sich Magnetfeldlinien aus offenen und geschlossenen Gebieten neu verbinden. Dabei entweicht zuvor eingeschlossenes Plasma. Wellen und Turbulenzen im Sonnenwind, die ebenfalls als Ursache diskutiert worden waren, wirken den Ergebnissen zufolge erst später, wenn der Knick die Sonne bereits verlassen hat. Beide Vorgänge spielen also eine Rolle, aber in unterschiedlichen Lebensphasen.

Beteiligt waren Forschende aus Frankreich und dem Vereinigten Königreich sowie die Europäische Weltraumorganisation und die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde. Eine deutsche Beteiligung nennt die Mitteilung nicht. Für die Raumfahrt sind solche Erkenntnisse von praktischem Wert, weil Struktur und Stärke des Sonnenwinds mitbestimmen, wie stark Satelliten durch Weltraumwetter belastet werden und wie zuverlässig sich Störungen vorhersagen lassen.

Quelle: https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Solar_Orbiter/Solar_Orbiter_tracks_origin_of_mysterious_magnetic_switchbacks 

(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)