Rennautos, Roboter, Flugzeuge: Während zwei Semestern arbeiten Bachelor-Studierende des Departements Maschinenbau und Verfahrenstechnik in Teams an einem Projekt. Am 28. Mai 2024 stellen sie die Ergebnisse vor.
Während eines Jahres haben zehn Teams Prototypen entwickelt, die den aktuellen Stand der Technik in den Bereichen additive Fertigung, Robotik sowie Antriebs- und Transporttechnologien demonstrieren. Die Fokus-Projekte sind fester Bestandteil eines Bachelorstudiums in Maschinenbau und Verfahrenstechnik, von der Projektidee über Designstudien bis hin zur Sponsorensuche und Produktion haben die Studierenden den gesamten Prozess selbstständig durchlaufen. Diese Projekte haben sie in diesem Jahr umgesetzt:
Die Propeller von Drohnen bergen ein Risiko: Menschen können sich an den rotierenden Blättern verletzen und bei Kollisionen können Objekte oder die Drohne selbst beschädigt werden. Das elfköpfige Team des Fokus-Projekts Avero hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Propeller ins Innere der Drohne zu verlagern: Die Propeller befinden sich in Röhren, der erzeugte Luftstrom wird über schwenkbare Düsen gesteuert.
Der neuartige Antrieb bringt aber noch mehr Vorteile: Die Drohne kann sich in beliebiger Lage um zwei Achsen mehr drehen als herkömmliche Modelle und dicht an Objekten entlang fliegen. Mögliche Einsatzgebiete sind Inspektionsaufgaben an schwer zugänglichen Infrastrukturen und in belebten Umgebungen wie Baustellen.
Bei der additiven Fertigung werden Materialien schichtweise aufgetragen, um Bauteile herzustellen. Eines dieser 3D-Druckverfahren ist das wiederholte Auftragen und selektive Aufschmelzen von Metallpulver mit einem Laser. Diese Technik macht es möglich, Bauteile mit besonders feinen und komplexen Geometrien zu bauen. Im Fokus-Projekt Rapture entwickelten Studierende eine neue Maschinenarchitektur, mit der sie Teile aus zwei verschiedenen Metallen herstellen können. Sie arbeiten dabei an einem besonders schnellen und materialsparenden Verfahren, das in der Luft- und Raumfahrt sowie in vielen weiteren Branchen eingesetzt werden kann. So wollen die Studierenden spezielle Bauteile wie Düsen und weitere Triebwerkskomponenten mit jeweils massgeschneiderten Materialeigenschaften herstellen. Die Technologie verspricht, die Kosteneffizienz und Leistung von Raketensystemen zu verbessern.
Trotz grosser Fortschritte werden Prothesen am Oberkörper oft noch als zu schwer empfunden. Ziel des Fokus-Projekts Sara ist es deshalb, einen leichten und flexiblen Roboterarm zu konstruieren, der zu einer Prothese weiterentwickelt werden kann. Die Studierenden des Projektteams haben die Vision, dass Träger:innen einer Prothese deren Nachteile künftig kaum mehr fühlen.
Mit der Entwicklung des Roboterarms wollen sie den Weg für eine neue Generation leichter, beweglicher und geräuschloser Prothesen ebnen. Statt herkömmlicher Stellantriebe verwenden die Studierenden eine neue Technologie aus der Robotik, die die Funktionalität menschlicher Muskeln nachahmt. Die Aktuatoren, also die Elemente, die die Bewegung generieren, bestehen aus Flüssigkeiten in dünnen Kunststofffolien, die elektrische in mechanische Energie umwandeln. Indem die Studierenden künstliche Muskeln in die Armprothese integrieren, soll diese beweglicher und gleichzeitig leichter werden.
Die weiteren Fokus-Projekte 2023/24